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AKTUELLES AUS DER ZAHNMEDIZIN

Mund- und Rachenkrebsvorsorge (HPV 16-Test)

In Deutschland steigt die Zahl der Erkrankungen an Mund- und Rachenkrebs seit einigen Jahren deutlich an. Einer der Hauptgründe hierfür ist die Infektion der Mundschleimhaut mit dem Humanen Papillomvirus (kurz: HPV), welches bei Frauen unter anderem auch zu Gebärmutterhalskrebs führen kann.

Aufgrund der rund 18.000 Neuerkrankungen pro Jahr haben wir uns für den Einsatz einer neuen Vorsorgeuntersuchung in unserer Praxis entschieden. Durch die Untersuchung können HPV-bedingte Veränderungen der Mundschleimhäute deutlich früher und zuverlässiger als bisher erkannt werden. Der Test kann frühzeitig nachweisen, ob HPV-Viren in die Zellsteuerung eingegriffen haben.

Die Untersuchung entspricht der Empfehlung der ärztlichen Leitlinie „Mundhöhlenkarzinom – Diagnostik und Therapie“ und stellt einen wichtigen Baustein im Kampf gegen Mund- und Rachenkrebs dar. Als moderne Praxis liegt uns die Vorsorgeuntersuchung am Herzen. Wir empfehlen Patienten ab dem 40. Lebensjahr an der Untersuchung teilzunehmen.




Fortbildung: Wieviel CAD/CAM braucht der Zahnarzt?

Auch die 39. Jahrestagung der Studiengruppe für Restaurative Zahnheilkunde in Köln vom 11.- 12. 9. 2015 war wieder eine Fortbildung von besonderer Qualität.

Auf der diesjährigen Jahrestagung wurden durch nationale und internationale Referenten hochinteressante Themen aus der Implantologie, der CAD/CAM Fertigung von Zahnersatz sowie aus der Funktionsdiagnostik und -therapie vorgestellt.
Dabei ging es u.a. um die Weiterentwicklung und die medizinische Effizienz im Bereich des digitalen Arbeitsflusses. Die Frage, ob es sich um eine evolutionäre oder revolutionäre Entwicklung handelt, konnte abschließend nicht eindeutig beantwortet werden.
Erkenntnis war, dass wir in der Zahnmedizin nicht auf analoge Verfahrensschritte in der Diagnostik und Therapie verzichten wollen und können. Dort, wo digitale Entwicklungen die Präzision und die Vorhersagbarkeit von Behandlungsergebnissen verbessern, wird es darauf ankommen, die Schnittstellen zu analogen Verfahren zu optimieren.

Im Thema Implantologie stellt sich hinsichtlich der Planung zunehmend der Trend heraus, auf kürzere Implantate zurückzugreifen und so häufiger auf invasive Knochenchirurgie verzichten zu können. Für unsere Patienten bedeutet das eine geringere operative Belastung und eine geringere Komplikationsrate.
Gleichzeitig ist der Trend der knochenerhaltenden Maßnahmen nach Zahnentfernung durch internationale wissenschaftliche Untersuchungen untermauert und etabliert.
Die sogenannte Alveolenprävention, ob durch Aufbaumaßnahmen, gewebestützende Maßnahmen oder die in unserer Praxis führend umgesetzte Extrusionstherapie, ist schon viele Jahre in unserem Therapiespektrum integriert.
Auch zum Thema „chronischer Schmerz im Gesichtsbereich“ gab es einen sehr interessanten Vortrag. Zahnärzte sind häufig die ersten Ansprechpartner, die mit chronischen Schmerzpatienten Kontakt haben. Gesichert ist inzwischen, dass chronische Schmerzen häufig nicht mit objektivierbaren Befunden zusammenhängen, sondern durch besondere psychosoziale Stressbelastungen ausgelöst werden können. Im Vortrag wurden Strategien vorgestellt, wie wir psychosoziale Ursachen als Schmerzauslöser oder Schmerzprojektionen erkennen können und somit im interdisziplinären Team unseren Patienten Therapiewege aufzeigen können.

Resümee: Die Erwartung an spannende Themen, neue Entwicklungen, freundschaftlichen kollegialen Austausch und die Freude am Beruf wurden in jedem Punkt erfüllt.




Neues Verfahren: Die Extrusionstherapie

Die Extrusionstherapie – ein neues biologisches Knochenaufbauverfahren.

Eine Zahnentfernung führt zu erheblichen Abbauprozessen am Kieferknochen und damit auch gravierenden Veränderungen am Zahnfleischsaum. Derartige Umbauprozesse ließen sich bisher nur mit sehr zeitaufwändigen und invasiven Verfahren durch Knochenaufbaumaßnahmen verhindern oder korrigieren.

Wir haben ein völlig neues Verfahren, die Extrusionstherapie nach Dr. Neumeyer, in unser Therapiespektrum integriert. Diese Methode bietet die Möglichkeit, auf der Grundlage biologischer Geweberegeneration Kieferknochen zu erhalten und verloren gegangene Strukturen mit körpereigenem Knochen schonend wiederherzustellen. Für alle Folgebehandlungen, wie Implantologie, Parodontaltherapie und Zahnersatzversorgung kann so ohne aufwändige Knochenaufbaumaßnahmen und ohne Fremdmaterial das Knochenlager für einen ästhetisch anspruchsvollen Zahnfleischverlauf optimiert werden.

Für den Patienten steht damit eine Therapie zur Verfügung, die absolut schmerzfrei ist. Durch den Verzicht auf invasive chirurgische Maßnahmen ist die neue Methode zudem zeit- und kostensparend.